Beim Impfen ein Rendevouz mit TINA?

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Nachdem ich jetzt seit mehr als einem Monat vergeblich auf Antworten von den Wasserfilteramis warte (mittlerweile drei Emails meinerseits), hab ich beschlossen, das Wasserthema erst mal auf Eis zu legen. Sorry aber muss sein.

Heute möchte ich über ein ganz anderes Thema schreiben, paleo oder nicht ist in diesem Fall für mich nicht die Frage. Es geht um Dinge wie Selbstbestimmung und das natürliche Interesse daran, seinen Kindern (und/oder sich selbst) den größtmöglichen Schutz zu geben. Und das am Beispiel Impfen.

Das Impfthema ist gerade wieder sehr präsent, auf unzähligen Blogs wie auf Facebook, in den sogenannten Massenmedien und im TV. Mir ist aufgefallen, dass da in kürzester Zeit eine Front hochgezogen wurde: Impfbefürworter auf der einen Seite, Impfgegner auf der anderen. Es gibt anscheinend nichts dazwischen. Fragt man kritisch nach, will mehr wissen, so ist man Impfgegner. Klappe zu. Affe tot.

Für mich persönlich war das Thema Impfen schon einmal sehr intensiv. In meiner Schwangerschaftvor mehr als 14 Jahren. Berge von Büchern habe ich damals gewälzt, immer wieder im Zweifel, denn auf jeder Seite scheint es Risiken zu geben, unvermeidliche Risiken. Genauso wenig wie man behaupten kann, dass beim Impfen KEINESFALLS dem Kind ein Schaden zugefügt werden kann, so kann man auch nicht davon ausgehen, dass ein Kind immer eine sogenannte Kinderkrankheit SCHADLOS übersteht. Und diese Entscheidung für einen anderen Menschen treffen zu müssen, das war für mich nicht leicht damals. Was ich damit sagen will: Mir kommt ganz oft das Gefühl, dieses Gefühl für die Verantwortung für einen anderen Menschen, in dieser Diskussion viel zu kurz. Eltern, die sich informieren und anschließend bewusst eine Entscheidung treffen – das tun die doch nicht in erster Linie, weil sie ihrem (oder einem anderen) Kind einen Schaden zufügen wollen.

Ich persönlich hab jetzt das erste mal wieder bei Fefe gemerkt, dass mir diese starke Impfbefürworter-Position – beziehungsweise die Art und Weise, wie Leute wie Fefe sie vertreten – ziemlich sauer aufstößt. Geht auf seinen Blog, sucht mit strg f nach impf, dann findet ihr zahlreiche Stellen, an denen er darüber schreibt). Eigentlich fühle ich mich ja gut unterhalten da auf seinem Blog, Fefe vertrat dort schon unter anderem eine tadellos begründete Opposition der TINA-Politik (There is no Alternative), unterhält sogar gemeinsam mit Frank Rieger einen politischen Podcast namens Alternativlos! – und er ist Informatiker, CCC-Mitglied  ebenso wie Rieger. Ich bin bei seinem anhaltenden Impfgegner Rant einigen seiner Links nachgegangen, mit denen er seine Aussagen (Zitat: „So, nachdem wir jetzt geklärt haben, dass die Argumente der Impfgegner Bullshit sind, können wir uns ja der eigentlichen Frage zuwenden. Wieso haben wir Impfgegner, die mit Bullshit-Argumenten herumhantieren?“) unterstreicht. Dort finde ich nichts anderes (was hatte ich erwartet?). Unter diesen Links fand ich beispielsweise Florian Freistetter wieder, bei dem ich schon seit längerer Zeit hin und wieder mal bei astronomischen Themen reinlese (er ist Astronom, nicht Virologe), Freistetter kennt gleich gar keine Argumente mehr. Nur noch Ausrufezeichen. Beispielsweise eine Überschrift wie diese: „Impfungen funktionieren! Und Impfverweigerer sind gefährlich!“ 

Das scheint ein generelles Muster zu sein. Überall, wo ich auf diese „Impfgegner sind ein verblödetes esoterisches Pack“-Aussagen gestoßen bin, ist das Muster das gleiche: Der Anfangspunkt ist immer etwas im Stil von Freistetters Überschrift. „Impfungen funktionieren und sind sicher!“ Oder „Da gibt es gar keine Frage, Impfungen sind gut, richtig und notwendig!“ Meist ist dies dekoriert mit (nicht gerade wohlmeineden) Gedanken des Autors zum Geisteszustand der Skeptiker im Allgemeinen. Von diesem Punkt aus wird dann auch nicht mehr weiter geprüft, nachgeforscht oder ein erneuter Versuch der Einschätzung vorgenommen, geschweige denn DER wasserdichte BEWEIS für die eigene Position vorgelegt; von hier aus wird nur noch verteidigt und vorausgesetzt. Es geht ums Gewinnen, nicht um irgendeinen Erkenntnisgewinn.

Bei diesen totalen Impfbefürwortern findet man ein erstaunliches Potential an kognitiver Dissonanz und Leugnung. Kommentare mit freundlich vorgebrachten Einwänden, Links zu Studien, die eben doch diesen oder jenen Zusammenhang belegen werden einfach nicht beachtet. Das geht so lange, bis einer mit einem schwachen Argument ankommt. DIESES wird nun wieder auseinandergenommen, nach allen Regeln der Kunst. Fefe hat nicht davor zurück gescheut, sich seine Ruhe bei den Emails an ihn zu erbitten, wenn es um persönliche Geschichten geht; er könne keine weiteren „Anekdoten“ mehr über Kinder mit Impfschaden hören… wie sich das wohl für betroffene Eltern liest?

In der Endstufe kann man beobachten, dass die „Keine Frage!“-Impfbefürworter die unter dem Begriff „Impfgegner“ vorgebrachten Argumente, Links zu Studien die eben doch auf bestimmte Zusammenhänge schließen lassen oder auch Wort- und Schriftbeiträge von namhaften Medizinern, Whistleblowern oder Journalisten, entweder dauerhaft komplett ignorieren, oder aber entgegnen: „Zeig mir richtige Beweise! Nicht so einen Quatsch!“ Oder: „Gibt es da auch irgendwas Seriöses? Nicht nur so Eso-Verschwörungszeug?“ (Verlinkt man beispielsweise etwas von einem Portal, bei dem es auch irgendwo den Punkt „Homöopathie“ gibt, so fällt man sofort durchs Raster und KANN von diesen Leuten gar nicht mehr in irgendeiner Form ernst genommen werden!).

Diese Art Einwand beziehungsweise diese Aufforderung ist sehr interessant, denn was wird da verlangt? Wenn man es genau nimmt, dann ist der Ruf nach „etwas Amtlichen“ doch die Aufforderung, etwas vorzulegen, das von der offiziellen Kultur auch anerkannt wird. Also ein Siegel einer ausreichend hoch stehenden Person oder Einrichtung, die Autorität genießt und der vertraut wird. Hm. Wie sollte das möglich sein? Das Problem für die Impfskeptiker ist doch, dass sie mit ihren Fragen, Bedenken und Aufklärungswünschen gegen die – amtlichen – Wände laufen. Obwohl es ja nachweislich Kinder gibt, die aufgrund einer Impfung eine dauerhafte Veränderung durchmachen/durchgemacht haben. Und Eltern sich nun mal Sorgen machen. Und ihre Kinder beschützen wollen.

Worum geht es hier also? Ist das Fefes, Freistetters und Konsortens Rendevouz mit ihrer persönlichen TINA? Für sie gibt es ja – in diesem Punkt zumindest – auch keine Alternative zum Impfen, ja vielleicht demnächst sogar keine Alternative zum Impfzwang?

Was ist los mit denen? Selbst das British Medical Journal (bin schon gespannt, was es dagegen wieder zu sagen gibt…) berichtet über die Gefahr, dass die Medizin ihre Integrität verliert. Im Artikel geht es um die missliche Position der Mediziner, die ihren Patienten gerne helfen würden, aber nicht an die Daten der Clinical Trials rankommen, weil so viele Studien zurückgezogen werden.

„Today the BMJ publishes several papers that examine the extent, causes, and consequences of unpublished evidence. They confirm that a large proportion of evidence from human trials is unreported, and much of what is reported is done so inadequately.“

Warum werden denn so viele Studien von den Auftraggebern (fast ausnahmslos Pharmaunternehmen) zurückgezogen? Das muss übrigens noch nicht mal unter Angabe von Gründen passieren. Dennoch wird sehr oft ein Grund angegeben: Flüchtigkeitsfehler. Aha. Und die kann man nicht korrigieren? Wirklich? Alles also nur eine Verschwörungstheorie von ein paar esoterischen Spinnern?

Fefe verlinkt unermüdlich. Eben auch zu Lobbyismus und Verflechtungen von Politik und Wirtschaft. Pharma ist auch ’ne Wirtschaft. Wieso sollte es bitte ausgerechnet da ausgeschlossen sein, dass die da irgendwas mauscheln und/oder einfach durchwinken, weil’s Profite satt bringt?

Und noch eine Frage, die ich mir stelle: Beispielsweise bei Weizen, insbesondere Brotweizen, ist es ja schon belegt, dass der Weizen den noch die Urgroßmutter zum Backen verwendete nicht mehr wirklich vergleichbar ist, mit dem was heute unter dem Namen Weizen industriell verarbeitet wird. Das gilt doch bestimmt für Impfstoffe ebenso. Oder will mir jemand erzählen, dass die heutigen Impfflüssigkeiten (und es gibt viele verschiedene Arten davon) sich kein bisschen unterscheiden von dem, was noch vor 50, 60 oder mehr als 100 Jahren den Menschen verabreicht wurde? Klar mag es da auch hie und da gewisse Verbesserungen gegeben haben, das will ich gar nicht bestreiten (so wie ich mich auch nicht grundsätzlich als Impfgegner bezeichnen würde), aber es könnte doch zumindest sein, dass auch da (wie eben beispielsweise in der Lebensmittelindustrie) einiges im Argen liegt.

Ich kann nicht verstehen, warum hier plötzlich ein Punkt erreicht sein soll, wo weiteres Nachfragen und Forschen nicht nur als sinnlos, sondern sogar als störend eingestuft wird.

Ich muss die ganze Zeit schon an eine Stelle des Buches denken, das ich gerade lese. Die Stelle beschreibt so schön, wo (beziehungsweise wie) es in der Wissenschaft im Allgemeinen – und damit, so behaupte ich, auch in den Köpfen streng wissenschaftsgläubiger Menschen – schief läuft. Besser kann man dieses Phänomen meines Erachtens nicht auf den Punkt bringen.  Dort heißt es:

Later I came across the work of the mathematician Kurt Goedel. Asked to examine mathematics and refine the principles on which it is based he determined that they could not be refined, that they are unprovable assumptions. And though mathematics follows logically from the underlying principles (and everything works nicely when you accept those principles as true), they cannot themselves be refined… unless you stand out of the system itself. You cannot use the tools of a system to refine the system whose tools you are using. And of course, at nearly the same time Werner Heisenberg determined that if an observer assumed electrons were waves they would act more and more like particles and that if they were assumed to be particles they would act more and more like waves.

The implications of Goedel’s Incompleteness Theorem and Heisenberg’s Uncertainty Principle are routinely ignored in most of the sciences. Specifically: the assuptions (the mental perspectives) of the observer change what is being observed; scientific systems such as mathematics are based on unprovable, often unrefinable, assumptions.; and to understand the limits of a system and refine its underlying assumptions it is necessary to stand outside it, to literally be in a different system. But, since science is insisted to be – by scientists, Western culture, public school curricula, and so forth – the only accurate system through which to view the workings of the Universe, no other legitimate system exists in the Western world in which a person can stand to understand the limits and refine the underlying assumptions of science.

Stephen Harrod Buhner „The Lost Language of Plants“, S. 31-32.

Hervorhebung von mir.

Wasserqualität: Was ist gesundes Wasser? Teil II

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So. Hier bin ich wieder in 2015. Und ich möchte als allererstes etwas aus dem ersten Teil über Wasser korrigieren: Ich habe geschrieben, mein lokales Trinkwasser hätte 463 Ohm. Das ist falsch. Ich habe den Wert mit dem des Redoxpotentials verwechselt. Richtig muss es heißen: Das Redoxpotential meines Trinkwassers wird von den hiesigen Stadtwerken mit 463 MikroSiemens pro Zentimeter (bei einer Wassertemperatur von 20 Grad) angegeben. Das scheint ein Wert im „üblichen“ Bereich für Grundwasser in Deutschland zu sein. Ich habe dazu übrigens eine recht aufschlussreiche Darstellung für angewandte Geologie gefunden, eine Anleitung der FAU Erlangen-Nürnberg für die korrekte Beurteilung einer Wasserprobe.

Weiter kann man dort unter dem Punkt Redoxpotential nachlesen, dass ab einem Wert von 750 MikroSiemens pro Zentimeter von anthropogenen Einflüssen auszugehen sei. Was heißt das? Auch nichts großartig anderes, als beim elektrischen Widerstand: je höher die Zahl, desto mehr Stoffe sind im Wasser gelöst. „Anthropogene Einflüsse“ übersetze ich jetzt mal mit allem, was die sogenannte Zivilisation so einleitet ins Grundwasser: Pestizide, Herbizide, Düngemittel und dergleichen aus der Landwirtschaft, Abwässer aus Fabriken bzw. Industrieanlagen, alles was ins Klo gespült wird und nicht rausgeklärt werden kann und so weiter.

Zurück zu meiner ursprünglichen Frage: Welches Wasser ist nun wirklich gut für uns?

Gleich mal vorneweg: Nur Internetrecherche hat mir keine befriedigenden Antworten gebracht, deshalb habe ich ein wenig Zeit in der Stadtbücherei verbracht und ein paar Bücher für zuhause rausgesucht. Erste Überraschung: Sooo viel gibt’s gar nicht über Wasser, zumindest nicht in der Stadtbücherei einer bayerisch-schwäbischen (rein von der Bevölkerungszahl her) Großstadt. Aber dennoch brachte die Buchrecherche Ergebnisse. Im Buch „Trinkwasser und Säure-Basen-Balance“ von Dr. Hilmar Burggrabe und Dr. Markus Strauß fand ich sogar den Paleo-Ansatz wieder, der danach schaut, woran sich der menschliche Organismus im Laufe seiner Evolution am längsten und somit am besten angepasst hat (leider kommt später im Buch die Sprache auf „gesundes Vollkorn“, aua, das tut weh, aber vielleicht wollten die Herren nicht mit der DGE anecken, die ja auch noch immer diesen völlig falschen und veralteten Leitspruch predigt). Die beiden Herren Doktoren kommen zu dem Schluss, dass sich der Mensch an mineralarmes (oder sogar mineralfreies) Wasser angepasst hat. Hier fand ich auch meinen Gedanken wieder, dass Wasser andere Aufgaben im Körper übernimmt, als die Mineralstoffversorgung (die sollte auch nach diesen beiden Herren über die feste Nahrung erfolgen).

Wirklich überzeugt hat mich aber von der Notwendigkeit der Bevorzugung von mineralarmem Wasser (so wie Vincent es empfiehlt) folgende Stelle in einem anderen Buch:

 Die größte Müllablagerung in unserem Körper ist das Mesenchym, und hier muss mit der Beseitigung von Ablagerungen begonnen werden. Es ist klar, dass ein sehr mineralhaltiges Wasser nicht noch mehr mit Giftstoffen, Abfällen und Mineralien belastet werden kann. Nur ein reines Wasser kann diese sehr wichtige Aufgabe übernehmen. Viele Mineralsalze im Wasser sind anorganisch und können daher nicht vom menschlichen Organismus aufgenommen werden. Diese Mineralsalze bleiben fast ausschließlich außerhalb der Zellen und bewirken dort eine Erhöhung des osmotischen Drucks. Die Folge davon ist ein Wasserverlust in den Zellen, der als einer der krebsfördernden Faktoren gilt. Vom bioelektronischen Gesichtspunkt her betrachtet kann der Großteil der Thermalwässer nicht als gesund bezeichnet werden und ist für einen dauerhaften Gebrauch daher nicht geeignet.. [ … ] In den letzten Jahren haben sich die Trinkgewohnheiten der Bevölkerung aufgrund der schlechteren Trinkwasserqualität geändert. Heute wird viel mehr Mineralwasser getrunken. So trinkt man zwar kein Wasser aus dem Bereich drei [er meint hier wohl den Härtegrad, meine Anmerkung], jedoch Wasser, das eine Unmenge an Mineralsalzen in unseren Körper bringt und so auf lange Sicht mindestens genauso gesundheitsschädigend ist.

Zu solch eindeutigen Aussagen lassen sich die wenigsten Autoren hinreißen, der Autor Andreas Fellin von dem das obige Zitat stammt, hat keine Scheu, diese klare Beurteilung in seinem Buch „Das richtige Wasser für ihre Gesundheit“ zu veröffentlichen.

Ein anderer Autor, der mich die Natur des Wassers hat besser verstehen lassen ist Phillip Ball. Er war lange Jahre Redakteur beim, dann Chefredakteur vom Nature Magazin. Er ist etwas vorsichtiger in seinen Aussagen, was daran liegen mag, dass er Wissenschaftsredakteur und eben kein Wissenschaftler wie Fellin ist. Seine Monographie „H2O – Biographie des Wassers“ weist zwar Andreas Fellin nicht als Quelle aus – dennoch kommt er zu einem nahezu identischen Ergebnis: Der menschliche Organismus braucht möglichst reines Wasser, um seinen vielfältigen Aufgaben im Körper nachkommen zu können. Na, da trifft es sich doch ganz ausgezeichnet, dass uns auch die Mineralwasserhersteller beziehungsweise -abfüller seit rund 45 Jahren mit ihrem Geschwätz über die ach so lebenswichtigen Mineralien im Wasser die Hirne gewaschen haben…

Einen Punkt habe ich im ersten Teil komplett ausgespart: Die Stadtwerke nicht nur meiner Heimatstadt garantieren die angegebene Wasserqualität BIS ZUM HAUSANSCHLUSS! Das bedeutet, hier kommen die hausinternen Leitungen ins Spiel. Und da mein Vermieter mit Namen Freistaat Bayern heißt, und ich als Mieter bereits Zeuge der zweifelhaften Reparaturpolitik des Freistaats geworden bin (möglichst billig und – zumindest hier im uralten, denkmalgeschützten Gebäude – stümperhaft, auch wenn das dann teure Folgereparaturen nach sich zieht), bin ich leicht pessimistisch, was das Alter bzw. die Qualität der Rohrleitungen angeht. Ergo: ich komme um einen Test an den Wasserhähnen nicht drumrum, wenn ich wissen will, wie gut oder schlecht mein Leitungswasser zuhause tatsächlich ist. Was nicht wirklich ein Problem ist, man kann sein Wasser für einen Preis von durchschnittlich um die 80 Euronen herum fachmännisch testen lassen oder – wesentlich billiger – sich selbst ein Testkit besorgen.

Es kann also keinesfalls schaden, das was möglich ist herauszufiltern. Ach ja, auch da habe ich einen Fehler gemacht: Reinigen mit einer Bürste muss man den von mir in die engere Auswahl genommene Big Berkey Wasserfilter öfter mal – spätestens nach mehr als 22000 Litern muss man die Filterelemente gründlich reinigen. Kommt natürlich immer auf das Wasser an, das der Berkey filtern muss. Je nachdem wie oft und wie gründlich man die Filterelemente reinigt, desto länger tun sie ihren Dienst. Ob der Filter noch einwandfrei arbeitet kann man ebenfalls ganz leicht selbst feststellen: Man kippt oben mit roter Lebensmittelfarbe versetztes Wasser rein. Kommt unten klares Wasser raus, ist alles noch in bester Ordnung. Das funktioniert aber ausdrücklich nur mit roter Lebensmittelfarbe.

Jetzt muss ich nur noch klären, wieviel der Big Berkey Wasserfilter in Euronen kostet, wieviel Versandkosten auf mich zukommen und vor allem: Wie entsorge ich dann (irgendwann) die gebrauchten Filterelemente? Stellen sie eine Umweltbelastung dar oder dürfen sie bedenkenlos in den Hausmüll? Email ist schon geschickt, schaun wir mal, wie lange die Amis zum Antworten brauchen.

Wasserqualität: Was ist gesundes Wasser? Teil I

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Durch das Buch von Nora Gedgaudas „Primal Body – Primal Mind“ bin ich auch (zum wiederholten mal) auf das Thema „Wasser“ gestoßen. Ich hab natürlich schon öfter mal gelesen, dass man unbedingt Wasserfilter benutzen soll, schon allein wegen der Kalkbelastung. Aber die Recherchen führten regelmäßig ins Nichts beziehungsweise verliefen so im Sande, weil ich es müde war, immer wieder auf was zu stoßen – und dann wieder was dagegen zu lesen. Glaubenskriege überall. Es ist zum Davonlaufen. Und zum einfach mal so Ausprobieren (Kaufen) fehlt mir eigentlich immer die Kohle. Vor laaanger Zeit hatte ich mal so nen Brita Filter, meines Erachtens ein totaler Müll. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn besonders umweltfreundlich sind die verwendeten Filtermaterialien – und der geringe Durchsatz pro Filtereinheit – schon mal nicht gerade.

Was gibt es also sonst? Ich will auf jeden Fall etwas stromloses, was bestenfalls Kalk, Nitrat, sonstige Giftstoffe und Krankheitserreger rausfiltert und für uns wertvolle Mineralien und Spurenelemente drin belässt. Wäre gut zu wissen, wie das Wasser aus meiner Leitung denn nun wirklich so ist. Die Stadtwerke geben dankenswerter Weise online Auskunft:

Härtebereich nach dem Waschmittelgesetz: mittel [2,46 mmol/l; 13,8°dH]; pH-Wert: 7,7; Calcium: 67,5; Magnesium: 19,0; Natrium: 5,20; Nitrat: 6,4; Sulfat: 19,3; Uran: 0,0013; Chlorid: 6,6; TOC (gebundener organischer Kohlenstoff): 1,12; Kalium: 1,4; gelöster Sauerstoff: 7,5; Kieselsäure: 3,9; DOC(gelöster organischer Kohlenstoff): 0,9; Hydrogencarbonat: 270.

Alles andere ist entweder unter der Nachweisgrenze oder unter der Bestimmungsgrenze. Das detailiertere PDF zum Runterladen weist dann manche Zahlen leicht anders aus, als in der Zusammenfassung. Über der Tabelle steht ganz klein, dass alle Angaben (außer anders gekennzeichnet) in mg/l sind.

Und was sagt mir das jetzt? Mit 13,8 °dH liegt mein heimatliches Leitungswasser laut dem Zentrum der Gesundheit im bereits belastenden Bereich. Es sollte also weicher werden durch einen Filtervorgang. Übrigens informieren mich meine Stadtwerke darüber, dass „der von uns so ungeliebte Kalk aus den Mineralstoffen Calcium und Magnesium besteht, die wichtige Bausteine für eine gesunde Ernährung sind“. Hm. Kann das stimmen? Ich bin verwirrt.

Es gab da diesen französischen Wasserbauingenieur und Bio-Elektroniker, Dr. Louis-Claude Vincent (1906 – 1988), gewissermaßen ein wissenschaftlicher Gegenspieler von Louis Pasteur (1822 – 1895), der die Leitfähigkeit von Wasser untersucht hat. In zahlreichen (Langzeit-)Studien zu den Eigenschaften des Trinkwassers und seinen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit fand er heraus, dass der rH2-Wert (Redoxpotential, gemessen in mikroSiemens), der r-Wert (Widerstand, gemessen in Ohm) und der pH-Wert die wichtigsten Parameter zur Qualitätsbestimmung von Trinkwasser sind. Während Pasteur zum Schluss kam: „Le microbe c’est tout“ – zu deutsch etwa: es liegt an den Mikroben – konterte Vincent mit  “le microbe c’est rien, le terrain c’est tout!” – auf deutsch: Mikroben zählen nicht, das Millieu bestimmt alles!. Er hatte in seinem Bio-Elektrischen Forschungslabor herausgefunden, dass Bakterien nur in begrenzten Räumen wachsen können, und dass diese Räume durch die Faktoren elektrischer Widerstand, pH-Wert und Redoxpotenzial genau bestimmt werden können. Zudem bestimmt der Wert des elektrischen Widerstands die Reinheit des Wassers, da dieser Wert in direkter Verbindung steht mit der Menge an gelösten Feststoffen im Wasser. Je weniger gelöste Feststoffe, desto reiner das Wasser, logisch. Vincent gibt einen Idealwert von über 6000 Ohm (habe auch schon 8000 Ohm gelesen) für den Menschen an, Leitungswasser wird meist mit einem runden Wert von 1000 Ohm angegeben, Mineralwasser liegt angeblich stets bei rund 500 Ohm. Oh je. Demnach scheint mein Leitungswasser schlechter als handelsübliches Mineralwasser zu sein, die Stadtwerke geben den ohmschen Widerstand unseres Trinkwassers mit 468 Ohm an.

Laut Vincent wird Wasser um so leichter vom Organismus aufgenommen, je höher der elektrische Widerstand ist (Stichwort: hochohmiges Wasser). Umgekehrt formuliert: Je mehr Feststoffe im Wasser gelöst sind, desto geringer ist der elektrische Widerstand. Insofern scheint mir Kalk und dergleichen im Wasser durchaus eine Rolle zu spielen. Ebenso wie das Redoxpotential (rH2-Wert), das meine Stadtwerke gar nicht angibt und von Vincent mit einem Neutralwert bei rH 28 und einem Optimalwert für den Menschen bei rH 24-26 bestimmt wird. All diese Erkenntnisse Vincents lassen also darauf schließen, dass menschliche Zellen am besten Wasser aufnehmen können, das relativ mineralstoffarm ist.

Was ist also mit Wasser aus Umkehrosmoseanlagen? Man nennt es auch de- oder entmineralisiertes Wasser. An manchen Stellen kann man lesen, dass dieses Wasser „energetisch tot“ sei, was auch immer das heißen mag (Recherche dazu verschiebe ich auf ein anderes mal). Tatsache ist, dass man bei Internetrecherchen verblüffend schnell auf Warnungen wie diese HIER trifft: Verbraucherschutzverbände warnen vor diesem Wasser – und den Verkaufsargumenten der Hersteller solcher Anlagen. Der Grund: Sie sind teuer und von zweifelhaftem Nutzen für den Menschen. Und nachhaltig sind sie sowieso nicht: Es wird Strom verbraucht, um das Wasser mittels einer Pumpe durch eine Osmosemembran zu pressen, pro Liter so hergestelltem demineralisiertem Wasser entstehen je nach Hersteller etwa drei bis vier Liter Abwasser. Weiteres Wasser muss zur regelmäßigen Reinigung der feinstporigen Membran aufgewendet werden, da diese sonst sehr schnell verstopft. Diese Membran filtert wohlgemerkt nicht nur Schadstoffe, sondern auch Mineralien aus dem Wasser. Was ja eigentlich, wenn ich Dr. Vincent richtig verstehe, gut wäre. Dazu kommt aber, dass viele solcher Anlagen mit einem UV-Strahler ausgestattet sind, um Keime abzutöten. Wasserklinik.com führt dazu an:

       „Auch die menschliche DNS-Linie wird sukzessive durch UV-bestrahltes Wasser verändert, so dass es zu großen Störungen im Immunsystem und in der gesamten Gesundheit kommen kann. Hinzu kommt die Gefahr, dass die Kodierung der Information für das spätere Genprodukt (Protein und Enzym) nicht mehr richtig funktioniert.“

Das Thema macht mich fertig! Auf der einen Seite, wenn man den Mineralstoffgehalt bestimmter Lebensmittel mit dem von Wasser vergleicht, fällt natürlich sofort auf, dass es wesentlich leichter sein dürfte, diese Stoffe aus der Nahrung statt aus Wasser zu beziehen, da sie in viel höherer Konzentration dort vorhanden sind. Ergo bräuchte man die Mineralien des Wassers gar nicht, man müsste es lediglich als Informations- und Transportsystem für den Körper aufnehmen. Umgekehrt: Wollte man die nötigen Mineralstoffe und Spurenelemente NUR aus Wasser beziehen, so müsste man Unmengen trinken. Und ich habe auch schon von der sogenannten „Wasservergiftung“ gelesen, die eintritt, wenn man etwa ab 18bis 20 Liter aufwärts trinkt.

Auf der anderen Seite hat man all diese Warnungen vor demineralisiertem Wasser, dass man es keinesfalls dauerhaft zu sich nehmen sollte. Nitritbildung, hohe Wartungs- und Folgekosten, gesundheitliche Gefahren bei mangelhafter Handhabung der Anlage und der hohe Wasser- und Stromverbrauch (plus Platzanspruch und Anschaffungskosten) sprechen für mich schon mal eindeutig dagegen, auch wenn ich die Frage nach gut oder schlecht jetzt gar nicht fundiert beantworten kann.

Dazu kommen bei mir die üblichen Gründe, mich nach einem Filtersystem umzusehen: Plastikflaschen mag ich wegen der giftigen Ausdünstungen und generell wegen der Umweltbelastung durch Plastik nicht mehr, Glasflaschen sind zwar fürs Wasser besser, aber genauso ein Umweltproblem, hier durch die Transportwege. Außerdem sind sie mir auf Dauer zu schwer und zu teuer (vor allem dafür, dass die Qualität des abgefüllten Wassers anscheinend nicht so selten noch unter der Qualität des örtlichen Trinkwassers liegt) und Vertrauen habe ich sowieso in keine einzige Industrie. Geschweige denn die Stadtwerke. Ich will jetzt nicht behaupten, dass die alle lügen, aber trotzdem: lieber habe ich die Qualität meines Trinkwassers selber in der Hand.

Da ich das jetzt auf die Schnelle nicht nachprüfen kann und kalkarmes Wasser schlicht besser schmeckt, sollte ein Wasserfilter für mich auch weiterhin diesen enthärtenden Effekt haben. Gedgaudas empfiehlt übrigens einen in der Art von diesem HIER, dem Berkey Wasserfilter. Er ist ein Modell, für das sich auch knallharte Preppies stark interessieren, da er auch mit Wildgewässern (auch stehenden) klar kommt, per Gravitation funktioniert und somit nicht an eine Steckdose gebunden ist und die mikroporischen Filter (vermutlich eine Keramik-Aktivkohle-Verbindung) ein hohes Durchsatzvermögen haben, bevor man sie selbst (!) reinigen kann. Der Filtervorgang findet hier übrigens über die sogenannte Adsorption statt (nein, ich habe mich nicht verschrieben, ich meine ADsorption).

Bis zu vier Filterelemente haben im Berkey Wasserfilter Platz (ganz große Versionen mehr), zwei davon (im Kaufpreis enthalten) filtern etwa 6000 Gallonen (22712 Liter, je nach Qualität des Ausgangswassers) bevor man sie das erste mal reinigen muss, das scheint mir viel zu sein. Es gibt sogar Extrakartuschen für Fluoride und Arsen. Die Reinigung hört sich jetzt auch nicht dramatisch an: Mit einer Bürste/Zahnbürste unter kaltem Wasser abschrubben. Nie erhitzen oder einfrieren. Zudem schreibt der Anbieter, dass die Filter (Black Elements genannt) selbst-sterilisieren sind. Hört sich zumindest gut an, muss ich auch noch recherchieren.

Alles in allem gefällt mir der Big Berkey soweit sehr gut, auch den Preis finde ich akzeptabel, da ja nur sehr wenige bis gar keine Folgekosten entstehen (so die Infos stimmen). Bliebe noch die Frage danach zu klären, ob Trinkwasser nun Mineralien enthalten sollte oder nicht. Und da benötige ich noch weitere Recherchezeit, denn momentan blicke ich noch nicht wirklich durch.

Ist doch interessant, dass man über die wichtigen/lebensnotwendigen Dinge im Leben so wenig (nichts oder gar nur falsches) weiß. Wir haben alle gelernt, falsch zu atmen, zu essen und zu trinken (und unseren Tag zu gestalten) und wissen immer noch nicht genau, was Leben eigentlich ist. Und auch beim Wasser scheint es mehr Fragen als definitive Antworten zu geben. Dagegen sehen wir uns einem Wust an (Fehl-)informationen, Werbelügen und Meinungsmache ausgesetzt, der es schwer macht, sich auf neue Erkenntnisse (so es denn überhaupt welche sind) einzulassen. Schöne neue Welt.

Brainfood: Interessante Veröffentlichungen zu Ernährungs- und Gesundheitsthemen

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Ein großes Thema für mich ist Skepsis. Klar kann da jemand was hinschreiben, nur: kann ich das auch glauben? Jetzt ist es aber rein technisch so, dass ich gar nicht die Möglichkeit habe, alles (im Experiment, per Umfrage oder sonstwie) selber raus zu finden oder nachzuprüfen, schon allein, weil beispielsweise so eine Umfrage ja auch tatsächlich einen gewissen Umfang braucht, um überhaupt repräsentativ zu sein. Ganz zu schweigen von den Utensilien, Chemikalien, Laboreinrichtung oder was auch immer, die man allesamt für Experimente bräuchte.

Ergo: man muss sich Kriterien suchen, die einen die Vertrauenswürdigkeit einer Informationsquelle einschätzen lassen. Irrtümer sind natürlich trotzdem nie oder nur selten auszuschließen. Was hab ich mir also ausgedacht? Erstens: Ist der Rat nicht sonderlich bequem (nach gesellschaftlichen oder persönlichen Gesichtspunkten) – siehe beispielsweise Paleo; eigentlich alle Quellen für schnelles Mitnahme-Food auf der Straße sind mit dieser Ernährungsweise auf der Stelle komplett weg, und auch sonst stimmt die Qualität (ob in den allermeisten Restaurants oder in Supermärkten) meist ganz und gar nicht – kann das also schon mal nicht so verkehrt sein. Warum? Weil derjenige der das schreibt schon mal keine kommerziellen Interessen an erster Stelle verfolgt. Bücher. Klar. Aber keiner dieser Leute will von dir, dass du bestimmte Sachen (im Sinne von Marken) kaufst. Lese ich sowas, bin ich auch schon weg als Leser. Ist mir aber erst einmal passiert [nachträgliche Anmerkung: Kaum hatte ich das hingeschrieben und gepostet, hatte ich das Gefühl STÄNDIG über Seiten im Netz zu stolpern, die in allererster Linie etwas verkaufen wollen…]. Zweitens: Überzeugende Argumente und gute Erklärungen, die sich nicht scheuen, ins biologische oder chemische Detail zu gehen (und trotzdem verständlich bleiben). Drittens: Fehler / Irrtümer zugeben können. Jeder macht Fehler. Ganz besonders da, wo man sich auf Wissensgebiete einlässt, die entweder neu für einen sind oder aber stark überfrachtet sind von Behauptungen aus der Industrie bzw. von kommerziellen Interessen. Entscheidend ist, dass derjenige, dessen Meinung/Wissen/Rat ich suche kein Problem damit hat, frühere Aussagen zu korrigieren – oder gar erklärt, wie die frühere, fehlgehende Meinung zustande kam. Und viertens (man kann es nicht oft genug wiederholen: Die Meidung von Informationen mit stark kommerziellem Hintergrund. Ja, ich wiederhole mich hier. Ich möchte dazu noch etwas sagen. Grundsätzlich finde ich kommerzielle Interessen nicht verwerflich; wir leben in einer Welt, die von uns verlangt, Geld zu generieren um unseren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Die Frage, die sich also stellt, lautet: sind die materiellen Forderungen für eine bestimmte Leistung gerechtfertigt oder nicht? Gibt jemand bestimmte Informationen überhaupt nur gegen Geld her – oder stellt er sie auch kostenlos zur Verfügung? Ich persönlich empfinde (speziell im Internet) Informationsquellen als sympathischer als andere, wenn sie alle Infos auch kostenfrei hergeben – und beispielsweise ein Buch/Hörbuch lediglich zusätzlich gegen Bezahlung angeboten wird für Leute, die es nun mal physisch besitzen wollen (als Nachschlagewerk oder um Notizen einzufügen).

Das gesagt starte ich mal mit meinen Empfehlungen.

Nora T. Gedgaudas: Primal Body – Primal Mind. Beyond the Paleo Diet for Total Health and a Longer Life.

Das Buch scheint mir sehr genau und sehr detailliert zu sein; die Dame verfolgt einen medizinischen Ansatz und ist dementsprechend „radikal“. Aber ich denke sie hat Recht mit ihren Ratschlägen. Sehr gut, aber bisher nicht auf deutsch erschienen. Das macht es manchmal etwas anstrengend. Sie beschäftigt sich unter anderem auch intensiv mit dem Thema „Wasser“, seinem Konsum durch uns und gängige Irrtümer dazu. Viele viele Quellen, so gut wie alles streng wissenschaftliche Quellen und Literatur. Und obwohl sie wirklich sehr sehr genau schreibt, hat sie dennoch eine lockere Art, einem per Analogie oder Vergleich recht komplexe Zusammenhänge zu erklären. Eine echte Empfehlung.

William Davis, M. D. Weizenwampe. Warum Weizen dick und krank macht.

Das ist ein Buch, das ich hauptsächlich Kaum- oder Mainstream-Lesern empfehle. Meines Erachtens ist das ein wichtiges Buch, weil es das Potential hat, viele Menschen zu erreichen. Anyways, wenn man den Weizen raus hat aus der Ernährung ist schon ein Großteil geschafft. Ansonsten ist er bei weitem nicht so genau und streng wie Gedgaudas.

Lierre Keith: Ethisch essen mit Fleisch. Eine Streitschrift über nachhaltige und ethische Ernärhrung mit Fleisch und die Missverständnisse und Risiken einer streng vegetarischen und veganen Lebensweise.

Hab ich noch nicht gelesen, nur an verschiedenen Stellen reingeschnuppert. Ein Buch, auf das ich mich freue. Eine Frau, die 20 Jahre lang vegan gegessen hat und dadurch krank wurde recherchierte nicht nur die Defizite ihrer jahrzehntelangen Ernährungsweise, sondern beleuchtet auch die Tatsache, dass wir unsere Entscheidung für eine bestimmte Ernährungsweise aus allen möglichen Gründen treffen, nur so gut wie nie aus einer tatsächlich ernährungswissenchaftlichen beziehungsweise stoffwechselangepassten Sicht. Wie gesagt, ich freu mich schon drauf.

Maria Emmerich: Keto Adapted. your guide to accelerated weight loss and healthy healing (mit einem Vorwort von Dr. William Davis)

Schwieriger Fall für mich. Erstens: ich besitze es nicht. Warum? Die Dame wickelt alles über Amazon ab. Das kann ich nicht machen. Für mich bedeutet Paleo – und überhaupt nachhaltig leben – eben NICHT bei den großen Ketten einzukaufen, sondern beim kleinen Einzelhändler um die Ecke. Deswegen. Muss jeder selber entscheiden. Ich denke, das Buch ist bestimmt ganz gut für Viele, sie ist sehr liberal, erlaubt auch Nachtschattengewächse und manche Pseudogetreide, arbeitet ab und zu mit Buchweizen etc. Ihr Blog ist in meiner Blogroll. Reicht für mich.

Dr. Nicolai Worm: Syndrome X oder ein Mammut auf den Teller. Mit der Steinzeitdiät aus der Wohlstandsfalle.

Endlich mal was Genaueres auf deutsch. Von ihm gibt’s noch ein anderes Buch: Menschenstopfleber. Die verharmloste Volkskrankheit Fettleber. Das größte Risiko für Diabetes und Herzinfarkt. An beiden Büchern finde ich ausgezeichnet, dass er die metabolischen Zusammenhänge ganz klar erläutert. Wer’s noch genauer braucht um es zu kapieren muss Gedgaudas lesen. Worm legt dabei überzeugend dar, dass das Thema Übergewicht völlig neu bewertet werden muss, denn von der nichtalkoholischen Fettleber durch Kohlenhydratmast sind auch etwa 15 Prozent Schlanke betroffen. Auch beim Thema Sport räumt Worm übrigens mit Werbelügen und Fitnesspropaganda auf.

Dr. David Perlmutter und Kristin Loberg: Dumm wie Brot. Wie Weizen schleichend ihr Gehirn zerstört. 

Hier liegt der Fokus der Auswirkungen unseres Weizenkonsums mal nicht auf Darm und Bauch sondern auf dem, was in unserem Gehirn durch Weizen passiert. Dieses Buch war mit einer der Gründe, dass ich mich überhaupt auf den Gedanken einlassen konnte, dass meine Depressionen etwas mit meiner Nahrung zu tun haben könnte. Ich gestehe ich habe dann woanders weiter recherchiert, denn irgendwie war mir extrem unsympathisch, dass die Autoren recht reißerisch rüberkommen (Stichwort: Killerkorn). Das ist aber nur mein persönlicher Eindruck. Insgesamt liefern die Autoren ein ganzes Potpurri an Erkrankungen, die durch übermäßigen Kohlenhydratkonsum entstehen können.

So. Wie versprochen ist die Liste überschaubar geblieben. Ich behalte mir vor, die Liste nach und nach zu erweitern und meine Kommentare gegebenenfalls zu ergänzen. Buchempfehlungen von euch nehme ich auch gerne auf, allerdings erst, nachdem ich zumindest reingelesen habe und mir selbst ein Bild machen konnte.

Viel Spaß beim Schmökern.

 

Warum ich das hier mache

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Willkommen bei Paleo Eatikum.

Seit 14. Oktober 2014 lebe ich getreidefrei. Kein Brot – und auch kein Kuchen. Ich hatte gesundheitliche Probleme, die mich stark belasteten. Mein Zustand stellte sich nach einiger Recherche als „Perimenopause“ dar, und es war gar nicht schön. Stimmungsschwankungen, die mich daran zweifeln ließen, mich irgendwie noch selbst zu kennen, Depressionen, Heulkrämpfe, die mich so plötzlich überkamen, dass ich es manchmal nicht mehr nach Hause schaffte und mir schon auf der Straße die Tränen runterkullerten. Und das mit 45! Nie im Leben hätte ich gedacht, dass mich dieses Thema a) so hart und b) so früh treffen würde.

Es musste dringend für Besserung gesorgt werden, denn nicht nur mir ging mein Zustand völlig auf die Nerven. Bei meiner Recherche bin ich in einem Forum auf den Hinweis auf ein Buch gestoßen, das unter anderem auch derartige Symptome mit einer Ernährungsweise zu kurieren empfahl, die weitestgehend auf Kohlehydrate verzichtete, glutenhaltiges Getreide (und noch ein paar andere gängige Lebensmittel, die technisch gesehen gar kein richtiges Gluten enthalten) sowie Milchprodukte strikt vermied. Stattdessen setzte diese Diät auf reine, echte, unverfälschte Lebensmittel. Reines Weidefleisch, möglichst ganzjährig draußen, komplett ohne Getreide-Zufütterung, denn Tiere sollten – das habe ich bei meiner anschließenden Recherche herausgefunden – genauso wenig wie Menschen Getreide essen. Wohl aber biologisch angebautes Gemüse. Der Fokus ist in erster Linie auf regionale und saisonale Lebensmittel gerichtet, wobei dieses Gebot nicht strikt durchhaltbar ist. Vermeidung von jedweder industriell gefertigter Nahrung (es gibt ein paar ganz wenige Ausnahmen). Das Buch heißt: „Primal Body – Primal Mind“ von Nora T. Gedgaudas und ist eine echte Empfehlung für alle, die mit konkreten Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben und sich für die Wirkungsweisen unserer Nahrung in unserem Körper interessieren.

Mittlerweile habe ich schon einige Bücher über den Getreideverzehr und seine ebenso unvermeidlichen wie auch vielfältigen Auswirkungen auf den menschlichen Körper gelesen, ich werde demnächst eine kleine Liste zusammenstellen. Der Ernährungsansatz, den ich nun verfolge und mit dem sich unglaublich schnell Besserung einstellte, nennt sich Paleo oder Primal Diät. Wenn man noch einen Schritt (oder auch zwei) darüber hinausgeht, landet man bei der ketogenen Diät, nämlich dann, wenn man weniger als ungefähr 30 Gramm Kohlenhydrate pro Tag zu sich nimmt (und es gibt noch ein paar andere Regeln) und man somit den Stoffwechsel aktiv von Kohlehydratverwertung auf Fettverwertung umstellt.

Ein Punkt, der mich übrigens zunächst hat zurückschrecken lassen, war die vielfach gelesene Aussage, dass man mit dieser Paleo-Ernährungsweise nicht nur leicht, sondern auch bei Bedarf schnell abnehmen kann. Bei eins siebzig Größe wiege ich ungefähr seit schon immer um die 52 Kilogramm, abnehmen wollte ich also auf keinen Fall. Nach sieben Wochen kann ich sagen: Ich habe in den ersten beiden Wochen etwa ein halbes Kilogramm abgenommen. Mittlerweile is das aber wieder drauf.

Ich möchte hier bei Paleo Eatikum meine Erfahrungen teilen, mein Wissen und meine Rezepte zur Verfügung stellen – und ich bin auch für Anregungen und Kritik (mindestens unaggressiv, bestenfalls konstruktiv und fundiert dargelegt) dankbar. Ich bin nämlich noch auf ein weiteres Angriffsziel meines Immunsystems gestoßen. Meine Schilddrüse. Und da stehe ich mit meinen Recherchen noch relativ am Anfang.

Zunächst war es so, dass mir der Brot- und überhaupt Getreideverzicht ziemlich schwer gefallen ist. Mir war klar, dass ich irgendeinen Ersatz brauchte. Und so habe ich Cräcker gemacht. Aus Nüssen. Ich werde das Rezept veröffentlichen, allerdings mit ein paar Warnhinweisen versehen. Mittlerweile brauche ich die Cräcker eigentlich nicht mehr, aber ich habe einige salzige und süß(er)e Varianten hergestellt, die ab und zu ganz nett sind.

Jedenfalls stellte sich die erste – und bisher enormste weil folgenreichste – Verbesserung ein: Meine Depression verflog. Einfach so. Keine Heulanfälle mehr, keine tieftraurige Grundstimmung, keine nächtlichen Schweißausbrüche und Schlaflosigkeit mehr. Wow. Nach ZWEI WOCHEN. Wahnsinn.

Ich musste mich erst an meinen neuen Zustand gewöhnen, und forschte unermüdlich weiter. Gleichzeitig merkte ich nach und nach, wie mein Körper auf das was ich ihm gab reagierte. Und ich konnte plötzlich Dinge wahrnehmen, die vorher zwar schon da waren, aber zu diffus, als dass ich die konkreten Reaktionen hätte zuordnen können. Mit der Depression ist auch der Schleier über meinen körperlichen Empfindungen verschwunden, und plötzlich war die Schilddrüse ein ganz deutliches Thema. Im Nachhinein ist mit natürlich klar, dass ich das schon länger mit mir rumtrage, aber mittlerweile kann ich es besser zuordnen, bin überhaupt bereit, mich mit diesem zunächst rein ernährungswissenschaftlichen Ansatz des Essens (im Gegensatz zu einem ethischen oder etwa politischen Ansatz, auch hierzu wird ein Artikel folgen) auseinanderzusetzen.

Jedenfalls habe ich mittlerweile herausgefunden, dass meine Schilddrüse schlecht auf manche Dinge reagiert. Milchprodukte. Bier (enthält übrigens Gluten), Rauchen und Kaffee. Ich bin auch darüber klar geworden, dass die „Todesgefahr-Labels“, die man von Zigarettenschachteln und Tabakbeuteln kennt, besser auf Brot, Gebäck, Kuchen und sonstigen Getreideprodukten angebracht wären. Ich meine das Ernst. Trotzdem ist Rauchen nicht gesund. Punkt. Ich kämpfe noch. Die Dosis ist das Gift. Man kann ja auch nicht alle Süchte auf einmal loswerden. Ich zumindest nicht. Bin schon stolz auf meinen absoluten Verzicht auf Getreide (und Pseudogetreide sowie Mais und Reis) ohne irgendeine Ausnahme seit 14. Oktober.

Ich kann aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen nur raten, sich ein klein wenig ins Thema einzulesen (überschaubare Liste an empfehlenswerten Büchern folgt) und es mal auszuprobieren. Wer nach sechs Wochen immer noch keine einzige positive Wirkung verzeichnet und keinen Gefallen an den sonstigen Vorzügen dieser Ernährungsweise gefunden hat (auch hierzu wird ein Artikel folgen), der mag gerne zur seiner ursprünglich konditionierten Kost wieder zurückgehen, wir sind schließlich alle erwachsen. Oder aber man wendet „in dubio pro paleo“ an, denn wenn sich nichts, aber auch gar nichts verändert hat, dann hat sich auch nichts verschlechtert.

Na, jedenfalls bin ich wild entschlossen, das weiter zu machen, ich geh nicht mehr zurück in die Depression, zumindest nicht auf diesem Weg, dafür sorge ich. Mir geht’s gut. Selbstverständlich sind die Probleme, die sich aufgrund der Depression angehäuft haben (oder auch das Leben und der ganze Rest) nicht weg dadurch, aber man hat plötzlich den Fokus, alles nach und nach anzugehen.

Dazu kommt: Ich bin Köchin im ausgeübten Beruf, und ich habe mehrere Berufe. Man könnte mich fast diesbezüglich zu den Sammlern zählen, denn die nächste berufliche Qualifikation ist bereits geplant und in Aussicht. Auf der einen Seite muss ich zugeben hilft es mir sehr, Köchin zu sein (rein technisch bin ich übrigens erst seit einem knappen Jahr Köchin per Gesellenbrief, ich habe die Prüfung extern bei der IHK abgelegt, gemeinsam mit den ganz normalen Koch-Azubis; als Köchin gearbeitet habe ich aber davor schon fast 13 Jahre). Dadurch habe ich genug Erfahrung, um work-arounds in der Küche zu entwickeln, Teige und Massen anders als mit Mehl herzustellen und dergleichen. Auf der anderen Seite ist eine strikt gluten- und laktosefreie Ernährung auf die Dauer schlicht unvereinbar mit dem Beruf als Koch. Man muss abschmecken. Muss. Deshalb werde ich mich ein weiteres mal umorientieren, ich bleibe allerdings im Fach, soviel verrate ich schon mal. Hier auf Paleo Eatikum werde ich neben meinen Erfahrungen mit der Paleo Diät auch über meinen Werdegang berichten – und selbstverständlich interessiert mich auch, ob und wie sich bei anderen Menschen durch die Ernährungsumstellung das Leben an sich gewandelt hat; oder auch nicht, wer weiß?

Also, her mit den Erfahrungen. Reaktionen sind ausdrücklich erwünscht.

Sonntagsgrüße